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Retten wir unsere Bienen

August 6, 2020

Laut einer Studie hängen 35 Prozent der weltweiten Lebensmittelproduktion von der Bestäubung der Pflanzen von Bienen ab. Leider ist in einigen Regionen das Bienensterben so weit vorangeschritten, dass nur noch 10 Prozent der fleißigen Bestäuber ans Werk gehen. Obwohl die Bemühungen von Imkern, dagegen anzukämpfen, sehr groß sind, sank die Bienenbevölkerung zwischen Oktober 2018 und April 2019 um ca. 37,7 Prozent. Nach einem Forschungsprojekt ist Environmental Protection Agency zu der Überzeugung gekommen, dass die Bienenstöcke, welche trotz Frost und Kälte in den Wintermonaten überlebt haben, die gesündesten sind. Weiterhin warnt das Institut: Wenn nichts dagegen unternommen wird, werden wir bald in einer artenärmeren Welt leben, in der die heutigen alltäglichen Grundnahrungsmittel zu Luxusgütern werden.

Welche Pflanzenarten werden von Bienen bestäubt?

Anhand einer langen Liste von Obst und Gemüsepflanzen wird verdeutlicht, wie wichtig der Bestäubungsdienst der Bienen für uns Menschen ist. Baumfrüchte, wie Äpfel, Aprikosen, Kirschen, Pfirsiche und Zitronen sind abhängig von der Bestäubung durch Bienen. Aber auch diverse Sorten von Beeren, wie Brombeeren, Erdbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren warten jedes Jahr sehnsüchtig auf die fleißigen Helfer. Bei den Gemüsesorten gibt es einige Arten, die sich nur durch die natürliche Bestäubung von Bienen weiterentwickeln können. Dazu gehören zum Beispiel Avocados, Zwiebeln, Bohnen, Tomaten, Blumenkohl, Rote Beete, Zuckerrohr und nicht zu vergessen unser morgendliches Lieblingsgetränk – die Kaffeebohnen und Kakaobohnen. Um die kontinuierliche Produktion von lebensnotwendigen Erzeugnissen, wie Medikamente, Fasern, Gewürze, Lebensmittel und Getränke zu gewährleisten, müssen laut The Pollinator Partnership weltweit ca. 1.000 Pflanzen bestäubt werden. Wenn die Anzahl der Bienenvölker sinkt, werden als Folge die Preise von Lebensmittel steigen – ein Wandel, mit dem die wenigsten Einwohner oder besser gesagt Länder mithalten können.

Wer oder was ist für das Bienensterben verantwortlich?

In erster Linie ist die globale Erwärmung für das Bienensterben verantwortlich. Hinzu kommen die weltweit angewandten Pestizide und die Umweltverschmutzung. Nach dem erheblich starken Bienensterben in den Anfängen des Jahres 2000 sorgte von nun ab der Begriff „Colony Collapse Disorder“ für Schlagzeilen. Durch die weltweit schlechten Bewirtschaftungspraktiken, wie die Zerstörung von Waldgebieten, verloren die Bienen ein gewaltiges Stück ihres natürlichen Lebensraums. Ein weiterer Feind der Honigbiene ist die Varroa-Milbe. Der weibliche Parasit dringt in die Bienenbrut und legt auf den noch mit natürlichem Wachs ungeschützten Larven ihre Eier. Die Bienenlarven werden, sobald die Milbeneier schlüpfen, von ihnen verspeist. Und falls es dennoch eine Biene in der Wabe schafft die Wachshaut zu durchdringen, verlässt auch die Milbe die Zelle und der ganze Zyklus wiederholt sich, bis der ganze Bienenstock von den Milben befallen ist. Varroa-Milben scheinen zu wissen, was sie tun, da sie bevorzugt auf Drohnenlarven (Drohnen sind für die Befruchtung der Königin verantwortlich) ihre Eier legen. Bei einer näheren Untersuchung fanden Hive-Experten heraus, dass einige Larven Selbstmord begehen, um die Fortpflanzung der Varroa-Milbe gezielt zu verhindern. Einige Königinnen verlassen mit ihren Arbeiterinnen den infizierten Bienenstock und begeben sich auf die Suche nach einem anderen Ort, welchen sie neu besiedeln können.

Projekte geben neue Hoffnung

Einige Länder haben das Problem ernst genommen und folgten dem Rat von Imkern, gezielt etwas gegen das Bienensterben zu unternehmen. Es wurde festgestellt, dass in den Ländern, in welchen ohne Insektizide Agrarwirtschaft betrieben wird, die Zahl der Bienentoten niedriger liegt als in den Staaten, wo gesprüht wird. Dies hatte ein Verbot des giftigen Schädlingsbekämpfungsmittels Neonicotinoide in den EU-Ländern zur Folge. Ein paar Wochen später zeigten Slowenien und Frankreich erste Erfolge. Es wurde dort, wo fast keine Bienen mehr vorhanden waren, neue Stöcke entdeckt. Vor einiger Zeit meldete der Slowenische Imkerverband einen Anstieg der Bienenstockanzahl von 57 Prozent.

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